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Weihnachten in Punta Arenas an der Magellanstraße – wir wird das werden?
125000 Menschen leben hier, hasten 2 Tage vor Weihnachten durch die Stadt, um noch die letzten Geschenke zu ergattern.
Ein Geschäftszweig floriert gerade besonders: Geschenkeverpacker stehen in kleinen Buden rund um die Haupteinkaufsstraße
und können nicht über Kundschaft klagen.
Wir haben Quartier bei Cristian vom Hospitalityclub gefunden. Sehr luxuriös logieren wir im eigenen Zimmer mit Bad. Cristian ist ein
Gastgeber, wie man sich keinen besseren wünschen kann. Er teilt seine ganze Wohnung mit uns, zeigt uns die Stadt, kocht für uns
(und wir für ihn), gibt uns Sprachunterricht und nimmt sich viel Zeit...
Punta Arenas finden wir ehrlich gesagt nicht gerade beeindruckend. Es gibt einen schönen Platz mit einer alten Kirche, einige Einkaufsstraßen
und Museen (die gerade alle geschlossen sind), aber das ist es auch schon. Ohne Weihnachtsstress können wir mit Zeit durch die Stadt spazieren.
In der Kirche ist eine größere Krippe aufgebaut, bunte Lichter blinken drumherum. Die Bänke sind geschmückt mit weißen Bändern
und Blumen. Wir bleiben und werden Zeugen einer Hochzeitszeremonie,. Die Braut zieht eine unheimlich lange Schleppe hinter sich her, schöner
Gesang lädt zum Träumen ein. Draußen wartet ein toller, geschmückter Straßenkreuzer auf das jung vermählte Paar. Die
letzten Fotos werden geschossen. Der Wagen soll vorfahren, gibt aber keinen Ton von sich. Jeder scheint jetzt am besten zu wissen, was zu tun ist.
Eile ist geboten, das Paar nähert sich. Nachdem alle Versuche, den Wagen zum Fahren zu bewegen, scheitern, wird das Hochzeitspaar zum Fotografieren
in den Park vor der Kirche umgeleitet. Wir verlassen die Szenerie.
Zu Hause sitzt Cristian vor einem Haufen von Geschenken – meist Kleidungsstücke – und verpackt sie liebevoll. Sein Bruder z.B. bekommt in diesem Jahr
ein paar Schuhe. Am Abend verpackt er alles ins Auto und wir fahren zusammen durch die Stadt zur „Geschenkerunde“. Nachdem wir noch Jose-Maria aus Spanien
aufgegabelt haben, kommen wir gerade rechtzeitig ins Haus von Cristians Mutter zur Parilla. Der Riesengrill nebelt mächtig, darauf ein Lamm schön
kleingestückelt, nur übergossen mit Salzwasser. Cristians Bruder wohnt ebenfalls mit Familie im Haus, so gibt es ein Festessen in großer
Runde mit verschiedensten Salaten und dem leckersten Lamm, was wir je hatten. Die Kinder sind ganz aufgeregt, denn unter dem Weihnachtsbaum warten
viele Geschenke. Die jedoch dürfen erst Punkt 24:00 Uhr geöffnet werden, dafür wird der Fernseher eingeschaltet und wie zu
Silvester rückwärts gezählt. Alle umarmen sich und los gehts. Auch wir bekommen Präsente (Pinguinanhänger) – und freuen
uns wie kleine Könige. Das jedoch ist erst der Anfang. Bis in die frühen Morgenstunden trudeln Familienmitglieder und Freunde ein, es gibt für
uns Küsschen links, Küsschen rechts und wir unterhalten uns – im Notfall mit Händen und Füßen. Um 5:00 Uhr fallen wir müde
ins Bett.
Das Programm am nächsten Tag sieht für uns eine Fahrt ins Fuerte Bulnes vor, einem wieder aufgebauten spanischen Fort aus Holz mit Wänden
aus Erdziegeln. Das ganze liegt in herrlicher Natur.
So vergehen die Weihnachtstage ganz anders als in Deutschland. Wir sind froh über alle Einblicke und verlassen die heimelige Behausung und den neuen
Freund (letztes Bild) nur sehr ungern.(K)
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