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Wir leben im Stadtteil Chacarita gemeinsam mit Hunter. Hunter ist Amerikaner und unterrichtet an verschiedenen
Schulen Englisch, mit uns spricht er Spanisch. Die Sprachschule befindet sich eine viertel Stunde von Chacarita
entfernt, mitten im pulsierenden Zentrum von Buenos Aires. Zu den wichtigsten Punkten der Stadt gelangt man sehr
einfach mit der Subte, der Untergrundbahn der argentinischen Hauptstadt. Die Fahrt ist jedes mal ein
Erlebnis, fünfzehn Minuten haben wir Zeit, die Porteños (=Einwohner von Buenos Aires)
zu beobachten oder einzukaufen. Einzukaufen? Die Subte ist nicht nur Transportmittel, sondern auch fahrender Jahrmarkt.
Kalender gibt es, Stifte, Haargummis, Lottoscheine, elektrische Zahnbürsten. Das System: Die Verkäufer legen einem
die Waren direkt auf die Knie. Jeder hat ein paar Minuten Zeit zur ungezwungenen Begutachtung, danach wird wieder eingesammelt
oder man kauft den Artikel seiner Wahl.
Erstaunlich finden wir die rege Beteiligung der Porteños. Selten gibt es angewiderte Blicke oder kund
getanes Desinteresse, schier brav beschäftigen sich alle mit den Offerten.
Mit ein bisschen Glück gibt es Live-Musik, meist guter Qualität.
Am Ende klatschen alle, geben Geld, und die Musiker ziehen weiter. In den nächsten Wagen.
In Buenos Aires spricht man ein sehr spezielles Spanisch, das sich durch viele Eigenheiten auszeichnet.
Nach einer reichlichen Woche gewöhnen wir uns aber langsam daran und beginnen zu verstehen.
Puedes caminar? - Können Sie wandern? Diese Frage stellte Kati kürzlich verschiedenen Damen im
Supermarkt, und sie bekam dafür immer ein freundliches Lächeln zurück. Viel lieber wäre ihr allerdings Kleingeld
für das Schließfach gewesen ... caminar (=wandern) oder cambiar (=wechseln) ... was macht das schon für einen Unterschied?
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