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Fällt fast auseinander und hält doch. So lässt sich der Zustand vieler Häuser von Valparaiso beschreiben.
Die chilenische Hafenstadt liegt auf ingesamt 42 Bergen direkt am Pazifik. Für den Spaziergang durch Valparaiso brauchen wir richtig Puste. Die Straßen sind steil und – besonders für Südamerika – nicht nach dem strikten Gitterlinienkonzept angelegt. Genau dieser Umstand macht sie interessant und sorgt für die besondere Atmosphäre.
Von weitem sieht es aus, als wären die Häuser wild übereinander geschichtet. Keines gleicht dem anderen. Leuchtendste Farben verzieren Wellblechwände. Manchmal ist es auch nur der Rost, der die Häuser dekoriert.
Seit 2003 ist Valparaiso wegen seiner „Ascensors“ Weltkulturerbe. An fünfzehn Stellen der Stadt arbeiten sich die historischen Standseilbahnen die Berge hinauf. Die fahrenden Blechhäuser arbeiten mit originaler Technik des frühen 20. Jahrhunderts und sind für Valparaisos Einwohner ein wichtiges innerstädtisches Verkehrsmittel.
Viele Touristen kommen gerade wegen der Fahrstühle hierher. Der Effekt: Die Fahrpreise steigen. Schlecht für die Menschen, die täglich den zentral liegenden „Ascensor Concepcion“ benutzen müssen. In den Fenstern ganzer Straßenzüge oberhalb der Bergstation hängen Boykottaufrufe, die dazu aufrufen, lieber Taxis oder Treppen zu benutzen.
Nur einige Schritte vom Stadtzentrum entfernt, liegt Valparaisos Hafen. Containerschiffe in der Größe von Hochhäusern löschen hier ihre Fracht, Laufkatzen schwirren unaufhörlich über das Gelände, hunderte von „Hamburg-Süd“-Containern sind am Beckenrand aufgetürmt. Ein quirliges
Durcheinander, das wir stundenlang beobachten könnten.
Quartier haben wir in der Hospedaje [=Privatzimmer] „La biciclette“ gefunden. Der Eigentümer, ein Franzose, wohnt seit 10 Jahren in der Stadt, sorgt mütterlich für seine Gäste und erscheint uns ein bisschen hyperaktiv. Jede seiner Bewegungen wird mit Kommentaren versehen und in unglaublicher Geschwindigkeit vollzogen – Ruhe strahlt dieser Mann nicht gerade aus.
Nach drei Tagen müssen wir Abschied nehmen von diesem, für uns traumhaft schönem Ort. Das Meer, die Farben und die reizvoll herunter gekommenen Häuser wecken in uns schon jetzt die Sehnsucht, irgendwann einmal wieder hierher zu kommen. (S)
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