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Buenos Aires hat viele Gesichter. Ein in aller Welt bekanntes sind die bunten Häuser des Stadtteiles „La Boca“.
Ein Besuch des Viertels gehört in jedes touristische Besuchsprogramm – damit auch in unseres.
La Boca ist hauptsächlich Arbeiterwohngebiet. Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich hier Einwanderer aus Spanien
und Italien an. Sie arbeiteten in den Konservenfabriken und Lagerhallen für Rindfleisch.
Heute kommen die Besucher vor allem wegen der in hellen Farben leuchtenden Häuser.
Entstanden sind die freundlichen Fassaden aus den Farbresten der Werften, die Einwohner an ihre Behausungen „entsorgt“ haben.
Die Unterkünfte sind sehr einfach. Aus Wellblech mehr oder weniger gut zusammen genagelte Buden. Luxus ist wirklich etwas
anderes – man vergisst dies beim Schlendern durch La Bocas Straßen schnell. Genau dieser Umstand verursacht in uns ein
flaues Gefühl. Die Touristenbusse kippen ihre Ladung an der „Carminito“, der Hauptstraße des Viertels aus. Der Fotostopp
ist schnell beendet, die drei Straßen mit den bunten Häusern zügig besichtigt und weiter geht es. Was bleibt ist vermutlich
ein extrem verschobener, durch die frohen Farben geblendeter Eindruck einen 'netten' Viertels.
Nur wenige Meter von der Carminito entfernt, zeigt sich das ungeschönte La Boca der Einheimischen. Einfachste Wohnungen,
nüchterne Straßenzüge und bitterste Armut. Weiter hinten ragt einer Festung gleich das Fußballstadion empor.
Diego Maradonna, Argentiniens gefeierter Fußballstar, begann hier seine Karriere zum Profi.
Im Hafenbecken liegt die „Vapor de la Carrera“, ein riesiges Passierschiff, dessen gute Tage schon länger vorbei zu sein scheinen.
Der Rumpf vom Rost angenagt, die Täue vermodert liegt es da wie ein Seelenfänger.
Von Ferne hört man Bandenion-Klänge. Tangotänzer schweben den ganzen Tag über die Gehwege, lassen sich für ein
paar Pesos von den Touristen fotografieren - bis es Abend wird.
Trotzig leuchtet die Fassadenmalerei eines Lagergebäudes: „barrio bonito“ - der schöne Stadtteil.
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